Höhere Fachprüfung Expertin/Experte In . - Examen.ch

5m ago
22 Views
0 Downloads
756.51 KB
14 Pages
Transcription

WegleitungPrüfungsjahr 2019Höhere FachprüfungExpertin/Expertein Rechnungslegung und ControllingTräger der PrüfungKaufmännischer Verband Schweizveb.chPrüfungssekretariatVerein für die höheren Prüfungenin Rechnungswesen und ControllingHans-Huber-Strasse 4Postfach 18538027 ZürichTel. 044 283 45 46www.examen.ch/[email protected]

Alle in dieser Wegleitung verwendeten männlichen Bezeichnungen gelten auch für Frauen.AllgemeinesDie vorliegende Wegleitung interpretiert den Inhalt der Prüfungsordnung über die höhere FachprüfungExpertin/Experte in Rechnungslegung und Controlling und erklärt deren Bestimmungen und gibt Hinweise auf Umfang und Inhalt des Prüfungsstoffes.Zielsetzung der PrüfungBerufsbildDiplomierte Experten für Rechnungslegung und Controlling sind Spezialisten auf höchster Stufe, aberauch breit einsetzbar in sämtlichen Gebieten des Rechnungswesens. Darüber hinaus können sie (beientsprechender Weiterbildung) eine leitende und beratende Funktion in angrenzenden Bereichen ausüben, z.B. in Fragen der Corporate Finance oder in steuerlichen Belangen.Diplomierte Experten für Rechnungslegung und Controlling können in Klein-, Mittel- und Grossbetriebender Privatwirtschaft, aber ebenso in öffentlichen Unternehmen sowie der öffentlichen Verwaltungvielfältig eingesetzt werden und dort auch leitende Positionen einnehmen.Mögliche Top-Berufsbilder sind‹ Leiter Finanz- und Rechnungswesen in KMU‹ Leiter Konzernrechnungswesen in einem Grossunternehmen‹ Internationaler Controller‹ BereichscontrollerDie höhere Fachprüfung erleichtert Wirtschaft und Verwaltung die Auswahl fachlich ausgewiesenerSpezialisten in Rechnungslegung und Controlling.Voraussetzungen, Zulassungsbedingungen, PraxisanforderungenFür das erfolgreiche Bestehen der Prüfung müssen die nachstehenden Hinweise unbedingt beachtetwerden:Berufs- und höhere Fachprüfungen sind nicht ein Ausweis über schulisches Wissen, sondern über das inder Praxis verfeinerte Können, ergänzt um vertiefte theoretische Kenntnisse.Die Zulassungsbedingungen können der Prüfungsordnung entnommen werden (Ziff. 3.31). Als Fachpraxisim Sinne der Prüfungsordnung gilt eine qualifizierte Tätigkeit im Bereich der Rechnungslegung und desControllings. Stichtag für den Nachweis der Fachpraxis ist das Datum des Prüfungsbeginns. Die Fachpraxis muss mit einem Fragebogen, der vom Arbeitgeber unterschrieben werden muss, nachgewiesen werden. In Ausnahmefällen können auch Arbeitszeugnisse eingereicht werden.Die Prüfungszulassung kann beim Prüfungssekretariat abgeklärt werden. Das entsprechende Formularfinden Sie auf der Website www.examen.ch.Version 1.4Seite 2 von 14

Vorbereitung auf die PrüfungWer seine Weiterbildung plant und sich auf eine höhere Fachprüfung vorbereitet, fragt nicht nur nachden Anforderungen, sondern erkundigt sich auch nach den Vorbereitungsmöglichkeiten. Für dieberufsbegleitende Vorbereitung stehen mehrere Wege offen.Es wird empfohlen, die verschiedenen Ausbildungsangebote sorgfältig zu prüfen (Qualität, Kosten, Formdes Lehrganges, Dauer).In jedem Fall erfordert eine erfolgreiche Vorbereitung auf eine Prüfung eine planmässige und beharrlicheArbeit während längerer Zeit. Wer sich jahrelang auf eine Berufs- oder höhere Fachprüfung vorbereitetund dabei einen Teil seiner Freizeit opfert, weist sich über Initiative und Ausdauer aus;Charaktereigenschaften, welche in der Wirtschaft geschätzt und gewürdigt werden.Die höhere Fachprüfung baut auf dem Prüfungsstoff der Berufsprüfung Fachfrau / Fachmann im Finanzund Rechnungswesen auf. Die Kenntnisse dieser Grundlagen werden in denjenigen Stoffgebietenvorausgesetzt, die für die höhere Fachprüfung relevant sind. Dies betrifft hauptsächlich die FächerRechnungslegung und Controlling sowie teilweise die auerSchweizer und internationaleschriftlich5 ingschriftlich5 Stunden13IIICorporate Financeschriftlich3 Stunden11IVSteuernschriftlich2 Stunden11VFallstudie (prüfungsteilübergreifend)schriftlich5 Stunden13VIMündliche Prüfungmündlich40 Minuten11Totalschriftlich20 StundenTotalmündlich40 MinutenVersion 1.4Seite 3 von 14

BeurteilungSchriftliche Prüfung in erster Linie Richtigkeit und Vollständigkeit des Inhaltesin zweiter Linie Form, Darstellung und SpracheMündliche PrüfungDie mündliche Prüfung umfasst die Prüfungsteile 2 - 5 der Ziff. 5.1 in der Prüfungsordnung. Prüfungsstoffund Fragestellung sind im Allgemeinen auf die praktische Erfahrung ausgerichtet. Das heisst aberkeineswegs, dass sich die Experten auf den persönlichen Erfahrungsbereich des Kandidaten zubeschränken haben. Für die Bewertung sind gründliches, eingehendes Fachwissen, dieHandlungsfähigkeit, die gedankliche Reife sowie die geistige Beweglichkeit des Kandidaten entscheidend.KompetenzausprägungenABCGrundwissen Wesentliche Definitionen und Zusammenhänge kennen und erläutern Fakten und herrschende Meinungen nachvollziehbar wiedergebenVerständnis Wissen vernetzen und argumentativ wiedergeben Problemstellungen erkennen und analysieren Meinungen dazu formulieren und praktische Lösungen vorschlagenAnwendung und Bewertung Erworbenes Wissen anwenden und eigene Berechnungen sowie Interpretationen erstellen Einzelfälle angemessen lösen Komplexe Problemstellungen erkennen und auf Basis der erworbenen Erfahrung analysieren Korrigierend in Prozesse eingreifen, neue Vorgehensweisen entwickeln undVerbesserungsvorschläge unterbreiten Werturteile abgeben, Vergleiche heranziehen und richtige Schlussfolgerungen ziehen Auswirkungen der Empfehlungen auf andere Bereiche erkennen, darstellen undstufengerecht argumentierenVersion 1.4Seite 4 von 14

Haupt- und ng:A GrundwissenB VerständnisC Anwendung und BewertungI. Schweizer und internationale Rechnungslegung1. Kaufmännische Buchführung und Rechnungslegung(Obligationenrecht Art. 957 – 963b)C2. Rechnungslegung nach Swiss GAAP FER2.1. Aufbau und Kerngebiete der Swiss GAAP FER2.2. Kern-FER: Rahmenkonzept und Swiss GAAP FER 1-6 (Grundlagen, Bewertung, Darstellung und Gliederung, Geldflussrechnung, Ausserbilanzgeschäfte, Anhang)2.3. Ansatz-, Bewertungs- und Ausweisvorschriften von Aktivpositionen2.4. Ansatz-, Bewertungs- und Ausweisvorschriften von Passivpositionen2.5. Übergreifende Bilanzierungsprobleme und Reporting (Leasinggeschäfte, langfristigeFertigungsaufträge, derivative Finanzinstrumente, Steuern, nahe stehende Personen)2.6. Eigenkapitalveränderungsrechnung2.7. Zwischenberichterstattung2.8. Umstellung der Rechnungslegung auf Swiss GAAP FER (Umstellungsplanung und-strategie, Realisierung der Umstellung)C3. Rechnungslegung nach IFRS3.1. Aufbau und Kerngebiete der IFRS3.2. Rahmenkonzept der IFRS3.3. Erfolgsrechnung3.4. Ansatz-, Bewertungs- und Ausweisvorschriften sowie wesentliche Angaben zu einzelnen Aktiv- und Passivpositionen3.5. Übergreifende Bilanzierungsprobleme und Reporting (Leasinggeschäfte, langfristigeFertigungsaufträge, derivative Finanzinstrumente, Steuern, Wertminderungen, relatedparty disclosure)3.6. Geld-/Kapitalflussrechnung3.7. Eigenkapitalveränderungsrechnung3.8. Besondere Ausweisvorschriften (Bilanzierungskorrekturen, Discontinued Operations,Ergebnis je Aktie, Ereignisse nach dem Bilanzstichtag)3.9. Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS (Umstellungsplanung und -strategie, Realisierung der Umstellung)3.10. Wichtigste Unterschiede zwischen IFRS und IFRS für KMUCVersion 1.4Seite 5 von 14

4. Konzernabschluss nach Swiss GAAP FER und IFRS4.1. Grundlagen des Konzernabschlusses (Bestandteile, Zwecke, Grundsätze, LatenteSteuern)4.2. Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses und Konzernlageberichts4.3. Abgrenzung des Konsolidierungskreises4.4. Überleitung bei abweichenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Mutter4.5. Umrechnung von Abschlüssen ausländischer Konzerngesellschaften4.6. Kapitalkonsolidierung (inkl. mehrstufiger Konsolidierung, Ent- undÜbergangskonsolidierung, Steuerabgrenzung, Sonderfragen)4.7. Schuldenkonsolidierung (inkl. Steuerabgrenzung und Sonderfragen)4.8. Konzerninterne Erfolge aufgrund von Lieferungen und Leistungen(inkl. Steuerabgrenzung und Sonderfragen)4.9. Aufwands- und Ertragskonsolidierung4.10. Gliederung des Konzernabschlusses und Eigenkapitalausweis4.11. Quotenkonsolidierung (inkl. Steuerabgrenzung und Sonderfragen)4.12. Beteiligungsbewertung nach der Equity-Methode (inkl. Steuerabgrenzungund Sonderfragen)4.13. Konsolidierte Geld-/Kapitalflussrechnungen4.14. Segmentberichterstattung4.15. Konzernanhang4.16. Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen4.17. Vorlage und Offenlegung4.18. Zwischenberichterstattung4.19. Externe Rechnungslegung und KapitalmarktC5. Rechnungslegung in besonderen Fällen5.1. Gründung5.2. Umstrukturierung (Umwandlung, Fusion)5.3. Sanierung5.4. Liquidation5.5. InsolvenzC6. Jahresabschlussanalyse6.1. Aufgaben und Ziele6.2. Aufbereitung des Datenmaterials (inkl. statistische Grundlagen)6.3. Kennzahlen zur Jahresabschlussanalyse6.4. Finanzwirtschaftliche Analyse6.5. Erfolgswirtschaftliche Analyse6.6. Analyse der Ergebnisverwendungspolitik6.7. Kapitalmarktorientierte Erfolgsanalyse (Earnings per Share etc.)6.8. Wertschöpfungsanalyse6.9. Früherkennung von UnternehmenskrisenCVersion 1.4Seite 6 von 14

7. Internes Kontrollsystem (IKS)7.1. Interne Kontrolle7.2. Gesetzliche Grundlagen7.3. IKS im Zusammenspiel mit anderen Kontroll- und Steuerungsfunktionen7.4. IKS: Rahmenkonzepte, Anforderungen und Ausgestaltungsmöglichkeiten in der Praxis7.5. IKS und Informationstechnologie7.6. Grundsätze der Dokumentation von Kontrollen und ProzessenII.BControlling1. Aufbau eines Controlling-Systems1.1. Zweck, Nutzen und Philosophie des Controllings1.2. Kommunikation mit internen und externen Anspruchsgruppen des Controllings1.3. Organisation des Controllings1.4. Kapital- und Ergebnisebenen der internen Steuerung1.5. Kosten- und Ertragsstrukturen ergebnisverantwortlicher Bereicheund ihre Steuerungsgrössen1.6. Voraussetzungen controllingrelevanter Daten und Datenstrukturen1.7. Systeme und Daten des Rechnungswesens (finanziellesund betriebliches Rechnungswesen)1.8. Controllingspezifische Informations- und Kommunikationstechnikensowie -Werkzeuge (z.B. ERP, BI)C2. Wertorientiertes Controlling, Kennzahlen, Kennzahlenanalyse2.1. Wertbeitragskennzahlen (z,B. Economic Value Added, Economic Profit,Cash Value Added, Shareholder Value Added)2.2. Rentabilitätskennzahlen (z.B. ROE, ROCE, RONA, ROA, ROI, CFROI)2.3. DuPont-Schema2.4. Balanced Scorecard2.5. Controlling Cockpit und MIS (Mindestausstattung)C3. Erlös-, Leistungs- und Kostencontrolling, Entscheidungsrechnungen3.1. Operative Kostenrechnungssysteme (Vollkosten / Teilkostennach Ist-, Normal, Standard- oder Prozesskostenverfahren)3.2. Erlöscontrolling: Wichtige Steuerungsgrössen und Instrumente3.3. Kostencontrolling produktorientiert (z.B. Target Costing, Lifecycle-Costing,Komplexitätsmanagement)3.4. Kostencontrolling prozessorientiert (z.B. Prozesskostenrechnung)3.5. Kostencontrolling ressourcenorientiert (z.B. Standortverlagerung)3.6. Wirtschaftlichkeitsbeurteilung und Wirkungskontrollebei Investitionsvorhaben3.7. Dispositionsrechnung3.8. Break-Even-Analysen, Umsatzziele, Simulation von Szenarien3.9. Preiskalkulation und Preisbeurteilung (klassisch sowie unterverschiedenen Kapazitätsszenarien)CVersion 1.4Seite 7 von 14

4. Risikomanagement und –controlling4.1. Risikopolitik, Organisation des Risikomanagements (Funktionen,Verfahrensanweisungen, interne Revision und Prüfung)4.2. Risikocontrolling als Teilbereich des Risikomanagements4.3. Identifikation und Bewertung von Risiken (inkl. Bewertungmit Normalverteilungen)4.4. Aggregation und Kommunikation von Risiken4.5. Risikobewältigung und Überwachung, internes Kontrollsystem IKS4.6. Risikoberichterstattung4.7. Risikocontrolling in KrisensituationenC5. Unternehmensplanungskonzept und strategische Planung5.1. Wesen und Funktion der Planung5.2. Planungsebenen und Phasen des Planungsprozesses5.3. Strategische Planung: Elemente des Strategieprozesses,Messung der Umsetzung, Verzahnung mit der operativen Planung5.4. Situationsanalyse, Prognose und Frühaufklärung (z.B. Umweltanalyse,Konkurrenzanalyse, Trendanalysen, Indikatoren zur Vorhersage latenterChancen und Risiken, Szenariotechnik)5.5. Normstrategien, deren Anwendung und Grenzen5.6. Wirtschaftliche Beurteilung von Geschäftsmodellen5.7. BusinessplanC6. Operative Planung, Budgetierung, Budgetkontrolle6.1. Organisation der operativen Planung(Zuständigkeiten, Aufgaben, Abläufe)6.2. Zielsetzungsprozess als Input aus der strategischen Planungund Startpunkt der operativen Planung6.3. Erstellung von Teilplänen (z.B. Absatz, Produktion, Materialbedarf,Kapazität, Personal, Gemeinkosten, Investitionen, Finanzierung)6.4. Erarbeitung, Validierung und Präsentation von Gesamtplänen(Plan-Erfolgsrechnung, Plan-Geldflussrechnung, Plan-Bilanz)6.5. Budgetierungsverfahren (z.B. Top-down-Ansatz, Bottom-up-Ansatz,Zero-Base Budgeting)6.6. Alternativen zur traditionellen Budgetierung(z.B. Better Budgeting, Advanced Budgeting, Beyond Budgeting)6.7. Erwartungsrechnung (Forecast)CVersion 1.4Seite 8 von 14

7. Techniken zur optimalen Nutzung von Daten und Informationen7.1. Glättung von Fixkosten7.2. Pareto-Prinzip und ABC-Analyse7.3. Rollierende Daten7.4. Inflationsbereinigte Daten7.5. Plausibilität und Sensitivität von Daten7.6. Datenrelevanz und korrekte Dateninterpretation7.7. Statistische Methoden (z.B. lineare Regression, lineare Korrelation)C8. Benchmarking8.1. Wesen und Ursprung8.2. Grundtypen (z.B. externes / internes Benchmarking, Prozess-Benchmarking)8.3. Phasen eines BenchmarkingprojektsC9. Projektmanagement und –controlling9.1. Grundlagen des Projektmanagements (z.B. Projektorganisation,Projektplanung, Projektcontrolling)9.2. Controlling von Kundenprojekten während der Verkaufsphase(Risikocontrolling, Kalkulation, Ressourcenplanung, Cashflow)9.3. Controlling von Kundenprojekten während der Ausführungsphase(Soll/Ist-Analyse, Leistu